FOKUS FILMSCHNITT / MONTAGE

Dies ist eine Archivseite der 9. SchulKinoWochen Hessen 2015!

Filme erzählen Geschichten – doch kaum ein Werk begnügt sich heutzutage noch mit der Darstellung einer chronologischen Handlung. Rückblenden, Traumsequenzen und Zeitraffer: All diese Erzähltechniken werden erst durch die Montage erzeugt. Sie konstruiert die filmische Wirklichkeit und gibt durch die Verbindungen zwischen Bildern, Einstellungen und Sequenzen den Rhythmus eines Films vor. Doch warum und vor allem wie funktioniert Filmschnitt? Und was zeichnet eine gelungene Montage aus?

Im diesjährigen FOKUS werden die unterschiedlichen Formen und Wirkungsweisen des Filmschnitts beleuchtet. Mit Hilfe der Montage können verschiedene Orte, Räume sowie Zeit- und Handlungsebenen miteinander verbunden werden. Sie setzt in Beziehung, kommentiert, erzeugt und lenkt die Emotionen des Betrachters. Der Cutter wird zum Co-Regisseur des Films, der das vorhandene Material rhythmisch kombiniert und es in eine neue Ordnung bringt. Dabei besteht die wichtigste Aufgabe nicht im „Herausschneiden“ von Bildern, sondern vielmehr im künstlerischen Zusammenfügen einzelner Einstellungen zu einem funktionierenden Gesamtwerk.

Während das klassische Erzählkino die Übergänge zwischen den Einstellungen sowie den Wechsel von Ort und Zeit möglichst „unsichtbar“ gestaltet, betonen andere Filme bewusst die Konstruktion des Films und spielen mit den dramaturgischen Aspekten der Montage. So entwickelte Sergej Eisenstein bereits 1925 mit seinem revolutionären Film PANZERKREUZER POTEMKIN ganz neue Montage-Konzepte, die bewusst den Betrachter irritieren sollten. Ein innovatives Beispiel aus jüngerer Zeit ist LOLA RENNT. Durch seine mutige Schnitttechnik wurde er zu „dem deutschen Film“ des ausgehenden Jahrhunderts.

Wir laden Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern ein, unsere Filmauswahl unter dem Gesichtspunkt der Montage ganz neu zu entdecken!

 


          

 
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alle Filme zum FOKUS FILMSCHNITT/MONTAGE
bei den Filmbeschreibungen.


Ein Lidschlag, ein Schnitt

Einen Einblick in die Schnittarbeit bietet Filmemacher Tali Barde bei ausgewählten Vorstellungen seines Films FOR NO EYES ONLY. Als Autorenfilmer hat er seinen Film selbst geschnitten. In einem 20-minütigen interaktiven Vortrag beleuchtet er u.a. den Lidschlag als Form des emotionalen Schnitts basierend auf den Filmtheorien und dem gleichnamigen Buch von Walter Murch.


Filmanalyse zur Montage – Angebot der Museumspädagogik des Deutschen Filmmuseums

Die Montage beleuchtet auch die 90-minütige Filmanalyse im Kino des Deutschen Filmmuseums. Anhand von ausgewählten Filmausschnitten werden die unterschiedlichen Formen des Filmschnitts, wie Parallelmontage, Kontrastmontage und Cross-cutting vorgestellt, analysiert und auf ihre Wirkung hin diskutiert. Die Filmanalyse kann vom 16. bis zum 20. März 2015 vormittags für Schulklassen im Kino des Deutschen FilmmuseuMs nach Anmeldung im Projektbüro für 35 Euro pro Klasse gebucht werden und richtet sich an SchülerInnen von 10 Jahren an.


Die Montage beim Trickfilm

 

Die Filmemacherin Leonore Poth (www.leonore-poth.de) stellt ihre Trickfilme vor und erklärt anhand typischer Beispiele ihre Schnitt- und Montagearbeit.

 

 

 

Kräne und Bagger | Tigel und Iger | Wutz und Wiebke
70 Min. | empfohlen ab 5
Kommunales Kino Schlüchtern | 16. März 2015 | 09:00 Uhr

U-Bahn Westberlin | Just a Simple Melody | Die Rollmöpse | Kräne und Bagger | Tigel und Iger | Wutz und Wiebke
70 Min. | empfohlen ab 10
Kommunales Kino Schlüchtern | 16. März 2015 | 10:30 Uhr
Filmtheater Friedrichsdorf-Köppern | 19. März 2015 | 09:00 Uhr


Poesie in Bewegung – Montagetechniken im Film

Das Projekt im Medienprojektzentrum Offener Kanal Offenbach/Frankfurt befasst sich mit der Verfilmung von Gedichten. Ob Schiller, Goethe oder Heinz Erhardt – Gedichte werden visualisiert und interpretiert. Auf dem Weg vom Drehbuch zum fertigen Film werden alle Produktionsschrittemedienpädagogisch begleitet. Insbesondere der Endschnitt spielt hierbei eine bedeutende Rolle. An Beispielen wird gezeigt, welchen Einfluss Montagetechniken im Film haben. Das Projektergebnis wird im Offenen Kanal (OK) Offenbach/Frankfurt ausgestrahlt. Weitere Informationen und Kontakte finden Sie hier.


FILMSEHEN – FILMVERSTEHEN

Die Fortbildungsreihe thematisiert den diesjährigen FOKUS in Workshops und Seminaren und lädt dazu ein, sich mit der Montage und ihrer Wirkung auf das filmische Erzählen auseinanderzusetzen.