PRAXIS FILMVERMITTLUNG: Filmpädagogische Workshops im Unterricht

Dies ist eine Archivseite der 8. SchulKinoWochen Hessen 2014! 

PRAXIS FILMVERMITTLUNG: Filmpädagogische Workshops im Unterricht

Von Dezember 2013 bis Mai 2014 bieten Referenten filmtheoretische oder produktionsorientierte Workshops zur Ausbildung der Filmkompetenz von SchülerInnen an. Ziel ist es, Bewegtbilder (Film, Fernsehen, Games, etc.) als inszenierte Abbildungen von Wirklichkeit zu begreifen und sich damit kritisch auseinanderzusetzen. Durch neu erworbene Kenntnisse soll Film mit Kompetenz und Spaß erlebt werden. Die Workshops finden an den Schulen innerhalb eines Schultags statt, eignen sich von der dritten Jahrgangsstufe an, für mindestens zehn SchülerInnen (zum Beispiel Film-AG) oder maximal eine Klasse. Im Vorfeld der Workshops ist eine inhaltliche und organisatorische Absprache mit dem jeweiligen Referenten erforderlich. Die Anmeldung für einen oder mehrere Projekttage erfolgt schriftlich per Fax oder E-Mail und ausschließlich über die Kontaktadressen der Referenten Dr. phil. Carsten Siehl und Urs Daun.


Angebot 1 | FILMANALYSE IM UNTERRICHT

Wie lassen sich filmisches Erzählen und filmisches Sehen im Unterricht vermitteln? Mit unterschiedlichen Fragestellungen werden Struktur und Wirkung von Filmen diskutiert und anhand konkreter Beispiele erklärt. Ziel des Angebots FILMANALYSE IM UNTERRICHT ist es, SchülerInnen Geschichte und Ästhetik verschiedener Medienkulturen zugänglich zu machen und darüberhinaus die kritische Urteilsfähigkeit im Umgang mit bewegten Bildern zu fördern. Dabei werden auf der Basis filmwissenschaftlicher und medienpädagogischer Theorien sowie vor dem Erfahrungshintergrund zahlreicher Medienprojekte verschiedene Vermittlungsmethoden kombiniert.

Beratung und Anmeldung: Dr. phil. Carsten Siehl | c.siehl@gmx.de | Tel. 06032 – 9496611 | Fax 06032 8046945

Folgende Themen können gebucht werden:

1.1. Grundkurs Filmanalyse

Anhand von Filmsequenzen aus verschiedenen Epochen, Genres und Regionen sowie Filmtrailern, Musik- und Werbeclips, werden Prinzipien des filmischen Erzählens erklärt. Dabei werden unterschiedliche Orte der Filmwahrnehmung sowie die Vielfalt der Abspielgeräte thematisiert. Weitere Schwerpunkte: Bild- und Tongestaltung, Montagetechniken und Genrekonventionen. Zudem können aktuelle Unterrichtsthemen aufgegriffen werden.

1.2. Film und Literatur

Der Workshop befasst sich mit dem spannungsvollen Verhältnis zwischen Literaturvorlagen und Film. Dabei werden zunächst die aufeinanderfolgenden Arbeitsphasen einer Filmproduktion (vom Drehbuch bis zur Filmrezeption) erläutert. Anhand von Beispielen werden Begriffe wie Poesie oder Zuschauerbindung im Kontext der unterschiedlichen Medien vorgestellt und diskutiert. In diesem Zusammenhang werden auch Fragen im Hinblick auf die Reflexion eigener Wahrnehmungsgewohnheiten gestellt und Verbindungslinien zwischen verschiedenen Medienkulturen aufgezeigt.

1.3. (Un)sichtbare Gewalt im Film

Im Fokus des Workshops steht das Verhältnis zwischen Film und ZuschauerIn. Welche Techniken zur gedanklichen Einbindung und Emotionalisierung des Publikums lassen sich vom Stummfilm bis zum aktuellen Kino in punkto Gewaltdarstellung herauskristallisieren? Analysiert werden Beispiele konkreter Darstellung von Gewalt sowie Filmsequenzen, die mittels Aussparungen und Leerstellen gezielt unsere Phantasie stimulieren (sollen).

1.4. Dokumentarische Formate (Fernsehen – Kino – Internet)

Im Rahmen des Workshops wird die Bandbreite dokumentarischer Formate vorgestellt. Im Fokus stehen aktuelle dokumentarische Kurzfilme einer jungen Generation europäischer Dokumentarfilmschaffender, die sich jugendrelevanten Themen widmet. Zudem wird die Vermischung fiktiver und dokumentarischer Erzählstrategien hinterfragt. Wie werden Jugendliche im Rahmen dokumentarischer Formate inszeniert und welchen politischen Stellenwert nimmt die Selbstinszenierung bei Jugendlichen angesichts der Präsenz medialer Plattformen ein? – man denke an TV-Castingshows oder Internetplattformen wie Facebook oder youtube.


Angebot 2 | PRAKTISCHE FILMÜBUNGEN IM UNTERRICHT

Schüler erfahren in den medienpädagogischen Praxisworkshops wie sie ihr filmisches Gespür zwischen Realität und Fiktion verfeinern können. Durch praktische Filmübungen und filmtheoretische Hinweise werden Herangehensweisen filmischer Erzählformen erarbeitet. Ziel ist es, die inszenierte Wirklichkeit von Bewegtbildern (Film, Fernsehen, Games, etc.) zu begreifen, sich damit kritisch auseinanderzusetzen und durch neu erworbene Kenntnisse, Film mit Kompetenz und Spaß zu erleben. Das in den Workshops erarbeitete Filmmaterial wird zum Abschluss für die Projektteilnehmer auf DVD gebrannt.

Beratung/Anmeldung: Urs Daun | daun@deutsches-filminstitut.de | Tel. 0176 23801664

Folgende Themen können gebucht werden:

2.1. Von der Textvorlage zum Film

Ein Auszug aus der aktuellen Lektüre des jeweiligen Unterrichtsfachs oder wahlweise ein vom Referenten vorgegebener Kurztext (etwa ein Gedicht) wird gemeinsam mit den Schülern analysiert und anhand von Arbeitsblättern in „Filmsprache“ übersetzt. Dabei soll das filmische Denken der Teilnehmer geschult werden. Nach der Anfertigung eines Storyboards wird das Erarbeitete verfilmt.

2.2. Grundkurs Bildgestaltung

Der Workshop geht der Komposition von Bildern auf den Grund. Anhand von Arbeitsblättern sowie Filmsequenzen werden Begriffe wie Bildausschnitt, Einstellungsgrößen, Kamerabewegungen und –Perspektiven erklärt. Durch Kameraübungen wird das Erlernte praktisch vertieft und die Wirkung der Bilder analysiert. Zum Abschluss des Projekttages filmen die SchülerInnen einen Dialog oder eine kurze Handlung.

2.3. Wir machen einen Stop-Motion Film

Einführung in die Entstehungsgeschichte des Films: Warum wird durch die Aneinanderreihung von Einzelbildern eine Bewegung wahrgenommen? Gegenstände im Klassenraum oder mitgebrachte Figuren der Kinder werden „zum Leben erweckt“. Es besteht auch die Möglichkeit mit Hilfe einer „Trickboxx“ einen experimentellen Legetrickfilm zu realisieren.

2.4. Kurzfilm-Coaching

Dieser Workshop verteilt sich auf zwei halbe Schultage und richtet sich an Klassen, die als Projekt einen Kurzfilm realisieren wollen. Zunächst erfolgt eine Einführung in die Grundlagen der Bildgestaltung und Kameratechnik. Im Anschluss wird die Umsetzung des geplanten Films besprochen. Im zweiten Teil wird Montage und das dazu nötige Schnittprogramm erklärt, um das bereits gedrehte Material weiter zu bearbeiten.