Modul 3: Praxis Filmvermittlung

Dies ist eine Archivseite der 7. SchulKinoWochen Hessen 2013! 

Filmpädagogische Workshops im Unterricht

 

Im Zeitraum Dezember 2012 bis Juni 2013 bieten Referenten filmtheoretische oder produktionsorientierte Workshops zur Ausbildung von Filmkompetenz von SchülerInnen an. Ziel ist es, SchülerInnen spielerisch Filmwissen zu vermitteln, deren filmisches Sehen zu sensibilisieren und ihren Blick dafür zu schärfen, filmische Inszenierung bewusst wahrzunehmen. Lehrkräfte begleiten die Workshops und erfahren so praxisorientierte Anleitung für den filmvermittelnden Unterricht. Die Workshops finden vor Ort an den Schulen statt und richten sich vor allem an Lehrkräfte und ReferendarInnen der gesellschaftswissenschaftlichen, künstlerischen und sprachlichen Fächer.

Im Vorfeld der Workshops ist eine inhaltliche und organisatorische Absprache mit dem jeweiligen Referenten erforderlich.

    • Dauer: ein Schultag (weitere Termine mit Kostenbeteiligung buchbar)
    • Ort: Klassenzimmer, ab 3. Jahrgangsstufe
    • Gruppengröße: mindestens zehn SchülerInnen (zum Beispiel Film-AG) oder maximal einen Klassenverbund

Die Anmeldung für einen oder mehrere Projekttage erfolgt schriftlich per Fax oder E-Mail und ausschließlich über die Kontaktadressen der Referenten Dr. Carsten Siehl und Urs Daun.

 
FILMANALYSE IM UNTERRICHT

 

Wie funktioniert filmisches Sehen und was sind filmische Inhalte? Mit unterschiedlichen Fragestellungen werden filmische Erzählstrukturen erklärt. Ziel ist es, den SchülerInnen Geschichte und Ästhetik verschiedener Medien(kulturen) zugänglich zu machen und eine kritische Urteilsfähigkeit im Umgang mit bewegten Bildern zu fördern. Dabei werden auf der Basis filmwissenschaftlicher und medienpädagogischer Theorien sowie vor dem Erfah-rungshintergrund zahlreicher Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen, Lehrkräften und Filmschaffenden verschiedene Vermittlungsmethoden kombiniert.

Beratung/Anmeldung:
Dr. phil. Carsten Siehl | c.siehl@gmx.de
Tel. 06032 868809 | Fax 06032 8046945

Folgende Themen können gebucht werden:

    • 1.1. Grundkurs Filmanalyse: Anhand von Filmsequenzen aus verschiedenen Epochen, Genres und Regionen sowie Filmtrailern, Musik- und Werbeclips, werden Prinzipien des filmischen Erzählens erklärt. Weitere Schwerpunkte: Bild- und Tongestaltung, Montage-techniken und Genrekonventionen. Zudem können aktuelle Unterrichtsthemen aufgegriffen werden.
    • 1.2. Faszination Hollywood: Der Workshop befasst sich mit Emotionalisierungsstrategien des klassischen und gegenwärtigen Hollywoodkinos. Anhand ausgesuchter Filmbeispiele wird dargelegt, wie sich Prinzipien des filmischen Erzählens von den Anfängen des „Kinos der Attraktionen“ bis zum aktuellen Spektakel-Kino Hollywoods entwickelt haben. In diesem Zusammenhang werden auch Fragen in Hinblick auf die Reflexion eigener Wahrneh-mungsgewohnheiten gestellt und Verbindungslinien zu anderen Medien(kulturen) aufgezeigt.
    • 1.3. (Un)Sichtbare Gewalt im Film: Im Fokus des Workshops steht das Verhältnis zwischen Film und ZuschauerIn. Welche Techniken zur gedanklichen Einbindung und Emotionalisierung des Publikums lassen sich vom Stummfilm bis zum aktuellen Kino in punkto Gewaltdarstellung herauskristallisieren? Analysiert werden Beispiele konkreter Darstellung von Gewalt sowie Filmsequenzen, die mittels Aussparungen und Leerstellen gezielt unsere Phantasie stimulieren (sollen).
    • 1.4. Dokumentarische Formate (Fernsehen – Kino – Internet): Im Rahmen des Workshops wird die Bandbreite dokumentarischer Formate vorgestellt. Im Fokus stehen aktuelle dokumentarische Kurzfilme einer jungen Generation europäischer Dokumen-tarfilmschaffender, die sich jugendrelevanten Themen widmet. Zudem wird die Vermischung fiktiver und dokumentarischer Erzählstrategien hinterfragt. Wie werden Jugendliche im Rahmen dokumentarischer Formate inszeniert und welchen (politischen) Stellenwert nimmt die Selbstinszenierung bei Jugendlichen angesichts der Präsenz medialer Plattformen ein.
      Interessierte Lehrkräfte können sich zudem für die begleitende Fortbildung anmelden.

PRAKTISCHE FILMÜBUNGEN IM UNTERRICHT

 

SchülerInnen erfahren in den medienpädagogischen Praxisworkshops wie sie ihr filmisches Gespür zwischen Realität und Fiktion verfeinern können. Durch praktische Übungen und filmtheoretische Hinweise werden Herangehensweisen filmischer Erzählformen erarbeitet. Ziel ist es, die inszenierte Wirklichkeit von Bewegtbildern (Film, Fernsehen, Games, etc.) zu begreifen, sich damit kritisch auseinander zu setzen und durch erworbene Kenntnisse, Film mit Kompetenz und Spaß zu erleben.

Beratung/Anmeldung:
Dipl. Soz.-Päd. Urs Daun | daun@deutsches-filminstitut.de
Tel. 0176 23801664

Folgende Themen können gebucht werden:

    • 2.1. Grundkurs Bildgestaltung: Anhand von Arbeitsblättern sowie kurzen Filmausschnitten wird in diesem Workshop der Komposition von Bildern auf den Grund gegangen: Begriffe wie Bildausschnitt, Einstellungsgrößen, Kamerabewegungen und –perspektiven werden erklärt. Durch Kameraübungen wird das Erlernte praktisch vertieft und die Wirkung der Bilder analysiert. Zum Abschluss des Projekttags filmen die Schüler einen Dialog oder eine Handlung zwischen zwei bis drei Personen.
    • 2.2. Wir machen einen Stop-Motion Film: Zu Beginn findet eine Einführung in die Entstehungsgeschichte des Films statt: Warum wird durch die Aneinanderreihung von Einzelbildern Bewegung wahrgenommen? Im Anschluss werden mit einer Kamera und einem Laptop Gegenstände im Klassenraum oder mitgebrachte Figuren der Kinder und Jugend-lichen zum Leben erweckt. Es besteht auch die Möglichkeit mit Hilfe einer „Trickboxx“ einen Legetrickfilm zu realisieren. Das im Workshop entstandene Material wird mit Musik unterlegt und auf DVD gebrannt.
      Interessierte Lehrkräfte können sich zudem für die begleitende Fortbildung anmelden.
    • 2.3. Kurzfilm-Coaching: Dieser Workshop richtet sich an Lehrkräfte und deren Klasse, die im Rahmen eines Projektes einen Kurzfilm realisieren wollen. Zu Beginn des Workshops erfolgt eine dreistündige Einführung in die Grundlagen der Bildgestaltung und Kamera-technik. Im Anschluss wird die Umsetzung des geplanten Films besprochen. An einem zweiten Projekttag erfolgt eine dreistündige Einführung in Montage und dazu nötige Schnitt-programme, um das bereits gedrehte Material weiter zu verarbeiten.