Auftakt

Dies ist eine Archivseite der 9. SchulKinoWochen Hessen 2015!

Herzlich Willkommen bei den 9. SchulKinoWochen 2015

Am Montag, 9. März 2015, um 9:00 Uhr werden die 9. SchulKinoWochen Hessen mit

PANZERKREUZER POTEMKIN
FSK 12 | empfohlen ab 15 | FBW-Prädikat „besonders wertvoll“
UdSSR 1925 | 75 Min. | Regie: Sergej M. Eisenstein | Historienfilm,
(Anti-)Kriegsfilm

im Deutschen Filmmuseum Frankfurt eröffnet.

Familien stehen plaudernd auf der Uferpromenade. Lachende Kinder winken überschwänglich den im Hafen liegenden Schiffen zu. Plötzlich fällt ein Schuss. Von einem Augenblick auf den nächsten bricht Chaos aus. In einem Gewirr aus Armen und Beinen stürzt die panische Menschenmenge eine lange Treppe hinab. Am Kopf der Stufen taucht ein Bataillon zaristischer Soldaten auf und feuert wild auf die verzweifelt Flüchtenden …
Der damals 27-jährige Regisseur Sergej Eisenstein wurde durch diese packende Szene weltberühmt und schuf dank seiner bahnbrechenden Kamera- und Montagetechnik ein Meisterwerk der Filmgeschichte. Im Gegensatz zur fließenden Schnitttechnik des amerikanischen Erzählkinos, wollte Eisenstein die Schnitte deutlich machen und der Montage eine besondere Bedeutung zukommen lassen. Das Publikum sollte intellektuell und emotional am Entwicklungsprozess der Geschichte teilnehmen und zu „revolutionärem“ Handeln angeregt werden. Die bewusste Kontrastierung der Bilder, symbolhaft aufgeladene Einstellungen und extreme Kameraperspektiven wurden zu Eisensteins richtungsweisendem Stil. Wie kaum ein anderer Film polarisierte Panzerkreuzer Potemkin die Weimarer Republik. Unter reger Anteilnahme der Öffentlichkeit wurde der Film von den deutschen Zensurbehörden mehrfach geprüft, verboten, gekürzt und schließlich zugelassen. Von Deutschland aus trat er seinen weltweiten Siegeszug an. Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger und Walter Benjamin waren begeistert und bezogen sich in ihrem literarischen Werk auf Eisensteins Film. Auf der Brüsseler Weltausstellung 1958 von internationalen Kritikern zum „besten Film aller Zeiten“ gekürt, hat Eisensteins revolutionäres Werk bis heute nichts von seiner Wirkung verloren. Wir zeigen die jüngst restaurierte „Berlin-Fassung“ mit der 1926 von Edmund Meisel geschriebenen Filmmusik, die den Rhythmus der Montage untermalt.

Spannende Einblicke in die revolutionäre Montagekunst Eisensteins bietet ein Filmgespräch im Anschluss an die Vorstellung. Anhand von Filmzitaten wird die legendäre Treppensequenz vergleichend diskutiert. Wir laden Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler herzlich ein, ein Stück Filmgeschichte hautnah zu erleben!